Berlin - Gendarmenmarkt

Erinnerung an die Ställe des Kürrassierregiments

Gendarmenmarkt

Foto:Gendarmenmarkt

Mitten in Berlin liegt einer der schönsten Plätze Europas, der Gendarmenmarkt. Der in Friedrichstadt gelegene Platz umfasst rund 3,3 Hektar und besteht bereits seit Ende des 17. Jahrhunderts. Seinen heutigen Namen erhielt der Gendarmenmarkt in Erinnerung an die Ställe des Kürrassierregiments (auf Französisch „gens d’armes“) unter Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig.

Sein Sohn, Friedrich II., ließ das Militärgebäude jedoch abreißen und an der Stelle ein Theater errichten. Heute steht an dieser Stell das Konzerthaus. Der Gendarmenmarkt besitzt auch eine politische Bedeutung. So ging von hier die 1848er Revolution aus, durch die sogenannte Kartoffelrevolution, die sich gegen die stark gestiegenen Lebensmittelpreise richtete. Nicht nur tagte die preußische Nationalversammlung dort, auch fand dort der letzte Staatsakt der DDR-Regierung statt.

Steht man im Zentrum des Platzes bietet sich einem ein atemberaubendes Panorama von Französischem Dom, Konzerthaus und Deutschem Dom. Das Konzerthaus wurde vom Architekten Karl Friedrich Schinkel im für ihn typischen Klassizismus-Stil erbaut und 1821 eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, konnte das Konzerthaus nach ausführlichen Reparaturarbeiten 1984 wieder genutzt werden. Der Französische Dom, der vor allem durch seinen Kuppelturm besticht, stammt aus dem Jahr 1780 und wurde nach italienischem Vorbild der Piazza del Popolo in Rom erbaut. Auch der Französische Dom wurde von den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg getroffen und musste in den 1980er Jahren fast vollständig rekonstruiert werden. Das Glockenspiel im Turm bestehend aus 60 Glocken verzaubert durch seinen einzigartigen Klang. Auf der anderen Seite des Gendarmenmarktes liegt der Deutsche Dom, der 80 Jahre älter ist als sein französischer Bruder. Er wurde 1701 nach dem Konzept von Martin Grünberg auf dem nicht mehr genutzten Gelände des Schweizer Friedhofs erbaut. Der Barockbau beherbergt seit seinem Wiederaufbau (1982 bis 1992) die Ausstellungen „Wege, Irrwege, Umwege – Die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“ und „Fragen an die deutsche Geschichte“. Weitere Gebäude am Gendarmenmarkt sind die Berlin- Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, das Bewag Haus von Max Dudler, das Berliner Handelshaus von Alfred Messel und das Berlin Regent Hotel.

Jährlich finden auf dem Gendarmenmarkt mehrere Veranstaltungen statt. So gibt es im Spätsommer das Classic Open Air, welches rund 640.000 Menschen zu 112 Konzerten lockt. Ebenso richtet der Verein der Freunde und Förderer des Gendarmenmarkts immer am 3. Oktober das Einheitsfest zur Feier der Deutschen Wiedervereinigung aus. Schließlich gibt es im Dezember den „Weihnachtszauber Gendarmenmarkt“, einen großen Weihnachtsmarkt mit buntem Programm und eine große Silvesterparty. (L.K.)

Stadtplan (Karte) Berlin - Gendarmenmarkt

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