Berlin - Hackesche Höfe (Hackescher Markt)

Denkmalgeschützter Hof-Komplex

Hackesche Höfe (Hackescher Markt)

Foto:Hackesche Höfe

In unmittelbarer Nähe des Hackeschen Marktes befinden sich auch die Hackeschen Höfe, Deutschlands größtes geschlossenes Hofareal. 1906 eröffnet bieten die acht Höfe zwischen Sophienstraße und Rosenthalerstraße auf rund 27.000 Quadratmetern Platz für Kultureinrichtungen, Unternehmen und Wohnungen. Die Höfe sollten nach den Vorstellungen der Eigentümer, den Quilitz’schen Erben, und des Architekten Kurt Berndt als Beispiel und Vorbild modernen und gesunden Wohnens sein – als Gegenentwurf zur engen und dreckigen Industrialisierung.

Für die innere Gestaltung der Höfe wurde der Berliner Architekt August Endell beauftragt, der im Gegensatz zum vorherrschenden Stilmix aus unterschiedlichsten Kunstepochen seinen Ansatz von Bewegung und Fluss für die Fassaden anwendete. Diese Idee setzte er durch die Anordnung, Größe und Form verschiedener Fenster um und setzte unterschiedliche Farbakzente. Die Ostseite ist in Weiß und Blautönen gehalten, die Westseite hält sich in Brauntönen eher bedeckt. Unglücklicherweise wurden die Höfe zur Zeit der DDR stark vernachlässigt. Erst Ende der 1990er Jahre wurde das Areal saniert und ist nun wieder Heimat für Mieter, kleinere Ladengeschäfte und vor allem für Unternehmen aus dem Kreativsektor (PR-Agenturen, Architektur Büros oder Internetdesigner). Direkt gegenüber der Hackeschen Höfe befindet sich der Hackesche Markt.

Der Hackesche Markt in der Spandauer Vorstadt ist ein beliebter Treff- und Ausgangspunkt für da Berliner Nachtleben. Der großräumige Platz liegt am südlichen Ende der Rosenthaler Straße, wo auch die Oranienburgerstraße beginnt. Ursprünglich Sumpfgebiet, wurde das Areal des heutigen Hackeschen Marktes von Hans Christoph von Hacke 1750 trocken gelegt und nutzbar gemacht. Durch die Einführung öffentlicher Verkehrsmittel im späten 19. Jahrhundert gewann der Markt immer weiter an Bedeutung, nicht zuletzt durch die Nähe zur Berliner Börse. Da sich nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg der Wiederaufbau auf das Zentrum (Alexander Platz, Potsdamer Platz) konzentrierte, wurde der Hackesche Markt lange vernachlässigt. Erst 1990 begann man die Altbauten zu sanieren und Baulücken durch neue Gebäude zu schließen. Da die Neugestaltung den Markt vorrangig als Fußgängerzone vorsah, eröffneten an dieser Stelle vor allem gastronomische Unternehmen. Dadurch etablierte sich der Hackesche Markt immer mehr zum Treffpunkt für Unternehmungen und ausgehfreudige Leute. Direkt neben dem Hackeschen Markt liegt der „Monbijoupark“, benannt nach dem bis 1959 dort stehenden Schloss Monbijou. 1962 wurde die drei Hektar große Anlage komplett neugestaltet, unter anderem mit einem speziellen Kinderfreibad. Auf den großzügig angelegten Rasenflächen sind Freizeitaktivitäten und Ballsport ausdrücklich erwünscht. Viele Berliner nutzen die Wiesen im Sommer zum Sonnenbaden. 2006 wurde die Monbijoubrücke wieder aufgebaut, die den Park mit der Museumsinsel verbindet. Außer Museumsinsel und Monbijoupark lassen sich vom Hackeschen Markt noch weitere Sehenswürdigkeiten einfach erreichen. Zum Einen gibt es den Berliner Dom und den Lustgarten auf der Spreeinsel, zum Anderen die Neue Synagoge auf der Oranienburger Straße. Dieses Bauwerk jüdischen Glaubens wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und ist seit dem der wichtigste Anlaufpunkt für gläubige Juden in Berlin. Obwohl während der Reichspogrome 1938 Mitglieder der Sturmabteilung der Nationalsozialisten versuchten die Synagoge niederzubrennen, konnten mutige Polizei- und Feuerwehrkräfte die vollständige Zerstörung verhindern. Trotzdem wurde das Gebäude durch Luftangriffe der britischen Fliegerstaffel stark beschädigt und musste daher fast vollständig abgerissen werden. Erst 1988 begann man die Synagoge neu aufzubauen, jedoch dient sie heute nicht mehr als Gebetshaus, sondern soll vielmehr als Mahnmal der Verbrechen des Nationalsozialismus dienen. (L.K.)

Stadtplan (Karte) Berlin - Hackesche Höfe (Hackescher Markt)

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