Berlin - Palast der Republik (DDR)

DDR – Erichs Lampenladen

Palast der Republik

Foto:Palast der Republik

Der Berliner Palast der Republik war eins der eindrucksvollsten, aber auch umstrittensten Gebäude der DDR Zeit. Er stand auf dem Gelände des ehemaligen Stadtschlosses auf der Spreeinsel direkt gegenüber des Außenministeriums der DDR. Nach den Plänen von Heinz Graffunder in 32 Monaten errichtet, wurde das Gebäude am 23. April 1976 eröffnet. Spekulationen über die Baukosten belaufen sich von 485 Millionen Mark über 800 Millionen bis hin zu einer Milliarde Mark. Das quaderförmige Gebäude umspannte eine Länge von 180 Metern, eine Breite von 85 Metern und eine Höhe von 32 Metern.

Die Idee hinter dem Palast der Republik war ein sozialistisches Volkshaus darzustellen. So war der Palast sowohl Sitz der Volkskammer der DDR (Parlaments), besaß jedoch auch mehrere Veranstaltungssäle, inklusive eines eigenen Theaters. Unter anderem wurde die beliebte Fernsehserie Ein Kessel Buntes im Großen Saal aufgezeichnet. Ebenso gab es auf mehreren Etagen zahlreiche Restaurants, eine Diskothek für Jugendliche und auch Kunstgalerien.

Bereits kurze Zeit nach der Wende und Wiedervereinigung musste der Palast geschlossen werden. Da beim Bau die Stahlträger mit 5000 Tonnen Asbest als Hitzeschutz verkleidet wurden, bestand eine massive Gesundheitsgefährdung für Besucher. 1998 begann man den Asbest zu entfernen, was am Ende fünf Jahre dauerte, 35 Millionen Euro kostete und den Palast im Rohbauzustand zurückließ. Dadurch war sowohl ein Neuaufbau als auch ein Abriss des Gebäudes möglich. Die Diskussion um das Schicksal des Palastes verlief über mehrere Jahre hinweg und nahm teilweise kuriose Züge an. So besetzte etwa der heutige Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Gregor Gysi, das Dach des Gebäudes als Protest gegen den Abriss. 2003 entschloss sich jedoch der Bundestag gegen den Erhalt des Palastes. Trotz kreativer Zwischennutzung als Kunst- und Ausstellungsraum und häufigen Verschiebungen begannen 2006 die Abrissarbeiten. 2008 waren diese abgeschlossen und die Stelle wurde weitläufig begrünt und zum Humboldt Forum umbenannt. 2014 soll an dieser Stelle das Stadtschloss wiederaufgebaut werden. Im Volksmund trug der Palast der Republik viele Spitz- und Schmäh-Namen, unter anderem „Palazzo Prozzo“, „Ballast der Republik“ oder „Erichs Lampenladen“. (L.K.)

Stadtplan (Karte) Berlin - Palast der Republik

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