Dresden - Coselpalais

Palais im Stil des Spätbarock

Coselpalais Altstadt Dresden

Coselpalais Dresden

Das Coselpalais ist ein wiederaufgebautes Palais im Stil des Spätbarocks und befindet sich in der Inneren Altstadt Dresdens in unmittelbarer Nähe der Frauenkirche.  Das ursprüngliche Gebäude wurde um 1560 errichtet und maß eine Höhe von 20 Metern.

Ab 1600 wurde das Gebäude als Pulverturm für militärische Zwecke genutzt. Oberlandbaumeister Johann C. Knöffel bekam den Turm 1744 von dem sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. geschenkt. Knöffel ließ den Großteil des Gebäudes abreißen und errichtete zwei Wohngebäude mit jeweils fünf Etagen. Nach einem preußischen Artilleriebeschuss während des Siebenjährigen Krieges brannten beide Wohnungen vollständig aus. Anschließend erwarb 1762 der General der Infanterie und Befehlshaber der Garde de Corps Friedrich August, Reichsgraf von Cosel  die beiden Grundstücke.

Palais im Barockstil

Der Sohn des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August des Starken und der Reichsgräfin von Cosel Friedrich August von Cosel ließ sich von Julius Heinrich Schwarze ein Wohnpalais errichten. Schwarze behielt die vorhandene Bausubstanz teilweise bei und erschuf ein Palais im Barockstil mit hoher architektonischer und bildhauerischer Qualität. Dem Grundbau wurden zwei Seitenflügel mit jeweils zwei Etagen angebaut. Anfang des 19. Jahrhunderts ging das Gebäude dann in den Besitz des sächsischen Staates über, zeitweise wurden die Räumlichkeiten des „Russischen Hotels“.

Vor der Fertigstellung des neuen Polizeipräsidiums 1901 war im Coselpalais die Hauptdirektion der Dresdner Polizei stationiert. Durch die flächendeckenden Bombenangriffe der alliierten Flugstreitkräfte wurde das Palais erneut fast vollständig zerstört. In den 1970-er Jahren wurden zunächst lediglich die Flügelbauten des Palais rekonstruiert. Erst 1999 wurde das Palais wieder eröffnet. Darin befindet sich heute im Erdgeschoss das Grand Café und Restaurant. In den oberen Etagen befindet sich neben mehreren Büroräumen die Dresdner Piano-Salon GmbH. (L.K.)

Gräfin Cosel – Die berühmte Schönheit von Sachsen

Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel, geborene von Brockdorff, wurde 1680 geboren und starb 1765 in Stolpen (Sachsen). Sie ist bis heute bekannt als eine der Mätressen August des Starken. Die als wunderschön geltende Anna entstammte einem alten Adelsgeschlecht, so genoss sie eine breit gefächerte Bildung und Erziehung, erlernte mehrere Sprachen, Kenntnisse in Mathematik, aber auch Einblicke in politische Belange ihrer Zeit. Sie galt als ungestüm, liebte die Jagt und das Reiten durch die Wälder von Sachsen, auch im Herrensattel. Diese für eine Dame unschicklichen Dinge nahmen aber durch die liebeslose Vermählung mit einem 12 Jahre älteren Geheimen Rat und Obersteuerdirektor von Sachsen ein Ende. Die Ehe zerrüttete jedoch schnell und endete mit der Scheidung im Jahre 1705.

Bereits 1704 lernte die spätere Gräfin Cosel den Kurfürsten August in Dresden kennen, weigerte sich jedoch aufgrund ihrer standesgemäßen Ansichten gegen eine Mätressenschaft. August der Starke umwarb sie heftig, machte ihr Geschenke. Sie zog bald in ein Schloß auf dem Taschenberg, bestand auf ein schriftliches Heiratsversprechen und erhielt einen geheimen Vertrag, der sie zur Gemahlin des Königs ernennen sollte. 1706 wurde sie vom Kaiser endlich zur Gräfin Cosel erhoben und galt fortan als offizielle Mätresse des König August der Starke, die ihm 3 Kinder gebar.

In dieser Position stand sie nun an der Spitze der höfischen Ordnung. Sie brachte sich in außenpolitische Belange ein, deckte gar Verfehlungen einzelner Minister auf und machte sich am Schloß vor allem auch durch ihren Hochmut unbeliebt. Trotzdem verlebte sie eine glückliche Zeit mit August, die erst durch sein wachsendes Interesse an der Gräfin Dönhoff. Die Trennung war 1713 offizielle Sache. August der Starke forderte die Rückgabe des einst verfassten Ehevertrags und ihren Umzug in das Schloß Pillnitz, welches der König ihr einst schenkte. Sie verweigerte, floh nach Berlin, von wo sie kehrte aber bald zurück und verbrachte den Rest ihres Lebens auf Burg Stolpen, die ihr zeitlebens ihr als Gefängnis diente. Obwohl es der Gräfin Cosel freistand, nach dem Tod August des Starken die Gefangenschaft zu verlassen, blieb sie bis zu ihrem Ableben im Alter von 85 Jahren dort.

Heute ist ein Elbdampfer nach Gräfin Cosel benannt. Nicht selten findet sich ein Schmunzeln in den Gesichtern der Besucher von Dresden, wenn diesem Dampfer der Raddampfer "August der Starke" auf dem Weg nach Pillnitz folgt.

Stadtplan (Karte) Dresden - Coselpalais

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