Dresdner Christstollen

Handarbeit nach einem über 100 Jahre alten Rezept

Dresdner Christstollen © Schutzverband Dresdner Stollen e.V.

Dresdner Christstollen

Der Dresdner Christstollen ist eine eingetragene Marke und darf nur von Bäckern, die in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden oder in einer genau festgelegten Umgebung ansässig sind, hergestellt werden.

Er erfreut sich nicht nur in Deutschland und anderen europäischen Ländern, sondern auch in Übersee einer großen Beliebtheit. Der Dresdner Christstollen ist jahrhundertealte Backtradition und gelebte Leidenschaft. Wissenswertes über die Geschichte dieses bekannten Weihnachtsgebäckes erfahren Sie hier.

Geschichte des Dresdner Christstollens

Die Geschichte des Dresdner Christstollens kann bis zum Jahr 1474 zurückdatiert werden, liegt also im historischen Rahmen noch kurz vor der Entdeckung Amerikas. Damals wurde dem Dresdner Hof von einem hiesigen Bäckermeister die Lieferung von Christbrodt in Rechnung gestellt. Seit dem Jahr 1500 wird auf dem Dresdner Striezelmarkt Christstollen verkauft. Die Bezeichnung Striezelmarkt leitet sich übrigens vom sächsischen Begriff Striezel ab, der für Christstollen steht. Während in den ersten Jahrzehnten auch Stollen aus anderen Städten auf dem Striezelmarkt angeboten wurden, erreichten es die Dresdner Bäckermeister nach Ende des Dreißigjährigen Krieges, dass nur noch Stollen hiesiger Produzenten verkauft werden durften.

August der Starke, der bekannteste Regent Sachsens, war ebenfalls ein Liebhaber dieses Gebäcks. Er beauftragte die hiesigen Bäcker damit, einen Stollen mit einem Gewicht von etwa 1,8 Tonnen zu backen. Das dazugehörige Stollenmesser war ca. 1,60 m lang und wurde extra für das Fest entworfen und angefertigt. Dieser Riesenstollen wurde dann in 24.000 Einzelportionen aufgeteilt und an die Bevölkerung veräußert. Das Stollenfest, welches jedes Jahr am Samstag beziehungsweise Sonnabend vor dem 2. Advent stattfindet, basiert auf dieser Tradition.

Während in der früheren DDR jeder Bäcker Dresdner Christstollen herstellen und verkaufen durfte, wurde der Begriff Mitte der 1990er Jahre als regionales Markenzeichen geschützt. Jetzt dürfen nur noch Bachwarenhersteller, die in Dresden selbst oder in einem festgelegten Umfeld ansässig sind, "Original Dresdner Christstollen" verkaufen. Dieses Qualitätssiegel steht dafür, dass der Stollen in Handarbeit gefertigt wurde.

Welche Zutaten gehören in einen echten Dresdner Christstollen?

Die genaue Rezeptur ist natürlich geheim. Nach einem über 100 Jahre alten Rezept gehören unter anderem folgende Zutaten in einen Dresdner Christstollen:

- 1500 g Mehl,
- 625 g Butter (bitte keine Margarine als Ersatz verwenden),
- 125 Rindertalg oder Schmalz,
- 375 g Zitronat,
- 750 g Rosinen, die zuvor in Rum eingeweicht wurden,
- 375 g Mandeln,
- eine Prise Salz,
- 110 g Hefe,
- ungefähr 250 ml Milch sowie
- abgeriebene Zitronenschale.

Nach dem Backen sollte der Stollen mindestens drei Wochen lang kühl gelagert werden. Dies empfehlen wir Ihnen auch, wenn Sie Ihren Stollen bei einem der traditionellen Dresdner Stollenbäcker erworben haben. Bei kühler Lagerung hält sich der Christstollen bis zum Osterfest.

Dresdner Stollenfest (seit 1994)

Das Dresdner Stollenfest wurde erstmals 1994 ins Leben gerufen. Im Jahr darauf wurde als nette Geste am Rande der Festlichkeiten das Dresdner Stollenmädchen kreiert. Seit 1995 gibt es zum Dresdner Stollen und zum Stollenfest auch ein Gesicht. Das Dresdner Stollenmädchen wurde über die Jahre eine der meistfotografierten Personen Dresdens.

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