Dresden - Holzkunst Erzgebirge

Entstehung der Holzkunst im Erzgebirge

Handwerkskunst - Freizeitbeschäftigung von Bergarbeitern und Bauern

Holzkunst im Erzgebirge

Die Holzkunst und das Schnitzen haben im Gebiet des Erzgebirges seit hunderten von Jahren Tradition. Es ist eine Handwerkskunst, die als Freizeitbeschäftigung von Bergarbeitern und Bauern entstand. Nach einem harten Arbeitstag setzten sich die Arbeiter zur Entspannung in die Stube und schnitzten.

Dabei versuchten sie einerseits ihre täglichen Erfahrungen, Wünsche und Hoffnungen zu verewigen, andererseits aber auch um für die jährlichen Feste wie Weihnachten oder Ostern passende Gegenstände herzustellen. Heutzutage gibt es immer noch zahlreiche Gruppen und Vereine, die sich mit der traditionellen Schnitzkunst beschäftigen. Die meisten bekannten Gegenstände, wie etwa Nussknacker oder Räuchermänner, werden mittlerweile größtenteils nicht mehr geschnitzt, sondern gedrechselt.

Erzgebirgische Schnitzkunst

Am bekanntesten der erzgebirgischen Schnitzkunst ist wohl das Räuchermännchen, auch Räuchermännel genannt. Die Figur, die in der Regel aus zwei Teilen (Sockelbeine und Körper) besteht, präsentiert sich zumeist in den zahlreichen Formen des Alltags der Erzgebirger. Berufsgruppen wie Waldarbeiter, Bergleute oder Förster bilden die häufigste Erscheinungsform. Daneben gibt es natürlich die Festtagsmännchen, die als Wichtel, Weihnachts- oder Schneemann daherkommen.

Weihnachtspyramide

Neben den Räuchermännchen stellt die Weihnachtspyramide ein beliebtes Objekt der Holzkunst aus dem Erzgebirge dar. Nach Vorbild des Göpelwerkes dreht sich dieses Holzkunstwerk nun schon seit dem 18. Jahrhundert. Dabei ist der Aufbau stets einheitlich, jedoch unterscheiden sich die Pyramiden durch ihre mannigfaltigen Verzierungen. Ganz oben an der Spitze befinden sich angewinkelte Flügelteile, die durch eine Mittelachse mit der Bodenplattform verbunden sind. Zündet man im Inneren der Pyramide eine Kerze an, so wird die Luft innerhalb der Pyramide erwärmt und steigt nach oben. Oben an den Flügeln angekommen, dreht die Luft die Flügel und somit die ganze Pyramide. Neben den klassischen einstöckigen Weihnachtspyramiden (20 bis 30cm hoch) gibt es mittlerweile auch mehrstöckige Pyramiden ( 40cm bis 2m), die elektrisch betrieben werden.

Nussknacker

Ebenso bekannt und beliebt wie Räuchermännchen und Weihnachtspyramide ist der sächsischen Nussknacker. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist dieses Zeugnis fester Bestandteil der Weihnachtszeit. Die Besonderheit des erzgebirgischen Nussknackers ist die absurde Tatsache, dass man damit keine Nüsse knacken kann. Von Anfang an war der erzgebirgische Nussknacker nur als Dekoration und Spielzeug gedacht. Sein Design entstammt der Märchen-Geschichte „König Nussknacker und der arme Reinhold" und bedient sich der Elemente der Tracht Berg- und Minenarbeiter des Erzgebirges.

Tradition

Auch der sogenannte Schwibbogen entstammt ursprünglich dem Bergarbeitermilieu. Denn es bestand die Tradition sich vor Weihnachten zur Mettenschicht in den Stollen zu begeben und dort eine Messe zu feiern. Dazu wurden zahlreiche Lampen und Kerzen benötigt. Um 1725 herum entschloss sich der Schmied Johann Teller diese Feier mit etwas besonderem auszustatten und fertigte den ersten Schwibbogen an. Ein Schwibbogen ist ein Kerzenständer, auf dem halbkreisförmig Kerzen angebracht sind. Unter dem Bogen sind die verschiedenen Motive zu sehen.

Bergbau & Bergarbeiter

Der klassische Erzgebirge Schwibbogen zeigt mittig zwei Bergarbeiter und an den Seiten jeweils ein Schnitzer und eine Klöpplerin. Da Johann Teller Schmied war, wurden die ersten Schwibbögen aus Metall gefertigt. Erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts begann man die Kerzenständer auch aus Holz herzustellen. Der Name Schwibbogen leitet sich dabei vom architektonischen Schwebebogen ab. Auch beim Schwibbogen gibt es heutzutage viele verschiedene Motive und Größen, ganz nach persönlicher Vorliebe. (L.K.)

Stadtplan (Karte) Dresden - Holzkunst im Erzgebirge

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