Dresden - Frauenkirche

Über zehn Millionen Besucher

Frauenkirche - Wahrzeichen der Stadt Dresden

Frauenkirche Dresden

Neben der Semperoper ist das wohl berühmteste und beliebteste Wahrzeichen Dresdens die Frauenkirche – nicht nur für religiöse Menschen. Seit ihrem Wiederaufbau 2005 strömten schon mehr als zehn Millionen Besucher in die evangelisch-lutheranische Kirche und täglich werden es mehr. Für viele stellt die Frauenkirche ein Symbol für Versöhnung und Frieden, was vor allem auf ihre tausendjährige Geschichte zurückgeht.

Die heutige Kirche hatte im 12. und 14. Jahrhundert einen romanischen und einen spätgotischen Vorgängerbau. Beide waren bereits der heiligen Jungfrau Maria gewidmet, woraus sich auch der heutige Name Frauenkirche ableitet. Da die gotische Konstruktion Anfang des 18. Jahrhunderts baufällig wurde, begann man mit einem seperaten Neubau im Barockstil.

Erst mit diesem dritten Bau entstand dann auch das berühmte Kuppeldach von George Bähr, die eine der größten Kirchenkuppeln Europas darstellt. Während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg auf Dresden wurde leider auch die Frauenkirche stark beschädigt und die Ruine verblieb 50 Jahre lang als Mahnmal im Stadtzentrum bestehen. Im Jahr 1994 wurde schließlich mit dem Wiederaufbau begonnen, der auch die Trümmer und Überreste der Ruine mit einbezog. Dies ist von außen durch unterschiedliche Färbung der Sandsteine ersichtlich, die älteren sind durch die fortgeschrittene Oxidation des Eisens bereits dunkler. Von den über 130 Millionen Euro Baukosten wurden rund 100 Millionen nur aus Spenden finanziert, welche zu einem erheblichen Teil auch aus den Staaten der alliierten Streitkräfte kamen. Nach mehr als zehn Jahre Bauphase wurde die Kirche am 30. Oktober 2005 mit einem Weihgottesdienst wieder eröffnet.

Orgel Frauenkirche Dresden

Orgel Frauenkirche Dresden

Das architektonische Konzept setzt dabei die Ideen und Vorstellungen der evangelischen Glaubensgrundsätze von Einfachheit und nüchternem Stil anschaulich um. Anders als bei katholischen Barockkirchen, die überschwängliche Verzierungen und Ornamente aufweisen wird bei evangelisch-lutheranischen Kirchen auf jeglichen Prunk verzichtet, damit die Gläubigen sich auf das Wesentliche, den Gottesdienst und das Beten, konzentrieren können. Dennoch ist die Frauenkirche in Dresden kein bloßer langweiliger, sakraler Zweckbau. Eine Besonderheit sind etwa die acht Glocken, die der Kirche nicht nur einen einzigartigen Klang geben, sondern auch gemäß der Tradition jeweils mit einem eigenen Namen, Bibelzitat und einer Verzierung ausgestattet sind. Diese Verzierung spiegelt sowohl die Aufgabe der Glocke als auch die Geschichte der Frauenkirche wider. Damit verbunden ist auch die von Steffen Höppner installierte Turmuhr. Das Uhrwerk entstammt noch aus der Lohmener Kirche von 1919. Die Turmuhr besteht aus drei Zifferblättern und ebenfalls drei Schlaghämmer, welche für die unterschiedlichen Zeiteinheiten zuständig sind.

Auch im Altar ist die Geschichte der Kirche verankert, da er aus Teilen des alten, zerstörten Altars von J.C. Feige besteht. Die Figuren auf der oberen Ebene des Altars stellen jeweils zwei Personen aus altem und neuem Testament dar. Zentral sind Jesus und über ihm blickt das Auge Gottes, auch das Auge der Vorsehung genannt, auf die Gläubigen herab. Die Orgel der Frauenkirche sorgte während der Zeit des Wiederaufbaus der Kirche für heftige Diskussionen zwischen Verfechtern der originalen Orgelbaukonstruktion und Vertretern einer Modernisierung. Am Ende wurde durch die Straßburger Orgelmanufaktur Kern eine Kompromisslösung gefunden, die beide Vorstellungen miteinander verbindet. Auch bei der Innenkuppelbemalung wurde versucht das Original weitestgehend zu rekonstruieren. Die von 1734 stammenden acht Gemälde des italienischen Malers Giovanni Grone wurden mit Hilfe von Archivbildern und Beschreibungen von Zeitzeugen neu aufgelegt.

Neben den Gottesdiensten und der Möglichkeit der Besichtigung gibt es in der Frauenkirche auch regelmäßig Vorträge und Konzerte. (L.K.)

Stadtplan (Karte) Dresden - Frauenkirche

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