Dresden - Räuchermännchen Erzgebirge

Wichtiger Bestandteil des sächsischen Holzkunstwerks

Räuchermännchen wichtiger Bestandteil des sächsischen Holzkunstwerks

Holzkunst - Räuchermännchen

Das Räuchermännchen ist ein wichtiger Bestandteil des sächsischen Holzkunstwerks und blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Das „Räuchermännel“ oder „Raachermannel“, wie der kleine Kerl im Volksmund auch genannt wird, ist heutzutage nicht mehr aus der Weihnachtszeit wegzudenken, ähnlich wie Weihnachtspyramide, Schwibbogen und Nussknacker. Die gedrechselten, hölzernen Figuren mit den namensgebenden Räucherkegeln bzw. -kerzen in ihrem Inneren versetzen die ganze Familie in festliche und besinnliche Stimmung.

Die ersten Räuchermännchen wurden bereits um 1820 gefertigt und bestehen seit dieser Zeit aus zwei Teilen, dem Sockel (Beine) und dem Körper. Ursprünglich gab es aus christlicher Weihnachtstradition nur Weihrauchkerzen für die Räuchermännchen. Über die Jahre hinweg hat sich die Palette an Düften jedoch stetig vergrößert, da Weihrauch ein teures Gut war und man nach günstigeren Alternativen suchte. Mit anderen Duftsorten wie Lavendel, Kaffee, Limone, Orange, Tanne, Veilchen, Honig oder Kokos löste sich das Räuchermännchen auch von der Weihnachtszeit und findet das ganze Jahr lang Verwendung in den Stuben und Wohnzimmern der Leute.

Sammelleidenschaft Räuchermännchen

Das Räuchermännchen kennt viele Erscheinungsformen. So sieht man auf der einen Seite Darstellungen und Nachahmungen von Berufsgruppen aus dem Erzgebirge, wie etwa Förster, Bergleute, Handwerker, Soldaten, Bäcker, Schornsteinfeger, sog. Rastelbinder oder Holzfäller. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Fantasiefiguren, die sich als Wichtel, Weihnachts- oder Schneemann präsentieren. Modernere Ideen sind vor allem durch Sportarten inspiriert und so gibt es Räuchermännchen als Angler, Golfer, Skifahrer, Fußballer oder sogar als Olsenbande-Räucherfiguren. Durch zahlreichen jährlich neu aufgelegten Designs hat sich mittlerweile eine große Sammlerszene gebildet. Dabei entstanden auch immer kreativere und gewitztere Ideen, den Rauch aus dem Männchen aufsteigen zulassen. Entweicht der duftende Rauch bei den klassischen Räuchermännchen aus dem Mund, Kopf oder der Pfeife, so gibt es mittlerweile auch dampfende Kochtöpfe, Lagerfeuer, Kachelöfen, Teekannen und sogar Räuchermännchen auf Motorrädern. Selbstverständlich gibt es auch Räucherfrauen, die als Mägde, Hausfrauen, Kräuterhexen, Großmütterchen oder Krankenschwestern dargestellt werden. Auch größere Darstellungen mit mehreren Charakteren und in unterschiedlichen Situationen sind heutzutage beliebt. In der Größe können die Figuren stark variieren, zwischen 15cm und sogar 100cm. Den größten und auch den kleinsten Räuchermann der Welt findet man im Miniaturenpark Kleinwelka bei Bautzen. (L.K.)

Stadtplan (Karte) Dresden - Räuchermännchen

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