Hamburg - Reeperbahn

Auf der Reeperbahn nachts um halb eins …

Reeperbahn Hamburg

Reeperbahn Hamburg

Berühmt, berüchtigt und bekannt im ganzen Land: Die Reeperbahn auf St. Pauli ist zweifelsfrei eine der prominentesten Rotlichtmeilen der Welt. Die Sündenmeile erstreckt sich vom Nobistor bis zum Millerntor. Die zahlreichen Nachtclubs dominieren das Straßenbild, welches nach Sonnenuntergang vom Neonlicht durchflutet wird.

Die Kneipe „Zur Ritze“ etwa ist eine fensterlose Bar mit hauseigenem Boxkeller. Oder das Hamburger Urgestein „Cafe Keese“ in der Seilerstraße. 1948 von Bernhard Keese als harmloses Tanzlokal gegründet wurde es 1998 vorübergehend geschlossen und erst 2002 wieder eröffnet und beherbergt nun unterschiedliche Einrichtungen. Der Quatsch Comedy Club ist der wohl bekannteste Nutzer des Gebäudes, aber auch Clubs wie „16 Monkeys“ oder „Tunnel“ sind vor Ort. In der Straße vor dem Gebäude ist auch eine Ehrung für den Sänger Udo Lindenberg eingelassen, die einem Stern vom Hollywood Walk of Fame nachempfunden ist.

Den neuen Eingang zur Reeperbahn bilden seit 2012 die „Tanzenden Türme“. Der Hochauskomplex zwischen U-Bahnhof St. Pauli und Spielbudenplatz ist die Heimat eines Restaurants, des Strabag Konzerns und im Erdgeschoss des Musiksenders Radio Reeperbahn sowie des wieder eröffneten Mojo Clubs. Sammelpunkte für die Besucher der Reeperbahn sind unter anderem der Beatles-Platz, der optisch durch seine kreisrunde Form und den schwarzen Bodenbelag an eine Schallplatte erinnert oder die Große Freiheit, welche direkt vom Beatles-Platz wegführt. Die Straße (ebenso wie die benachbarte Kleine Freiheit) wurde bereits 1610 angelegt. Der Name leitet sich von der Gewerbe- und Religionsfreiheit ab, die ansässige Handwerker ohne Zunft und Glaubensgemeinschaften besaßen. Im Zusammenhang mit der Reeperbahn wurde die Große Freiheit durch die äußerst freizügigen Striptease-Clubs bekannt, welche mittlerweile jedoch fast alle geschlossen sind. Heute befinden sich dort eher Musik Clubs, wie das Indra oder das Grünspan, in denen zahlreiche Bands auftreten.

Auf der Reeperbahn, am Spielbudenplatz, befindet sich auch Deutschlands bekannteste Polizeiwache, die sogenannte Davidwache. Durch Fernsehfilme in den 1960ern und 1970ern und vor allem durch die ARD-Serie „Großstadtrevier“ wurde das Polizeikommissariat deutschlandweit bekannt. An die Wache angrenzend liegen mehrere Theater und das Operettenhaus, in dem Musicals aufgeführt werden. Wer jedoch die verruchte Szene der Erotik kennenlernen will muss entweder in die Herbertstraße mit seinen Bordells gehen oder er traut sich in den ältesten europäischen Sado- Maso Club, den „De Sade-Club“. Der Spielbudenplatz ist je nach Jahreszeit wechselnd Ort für unterschiedliche Events. Von April bis September betreibt die Biergartengastronomie die Sommergärten mit vielen kleineren Bühnen und Bandauftritten. In der Vorweihnachtszeit gibt es dort den Santa Pauli zu bestaunen, Hamburgs Weihnachtsmarkt. Zudem werden dort mit Public Viewing Großevents wie die Fußball Europa- und Weltmeisterschaft oder der Eurovision Song Contest übertragen.

Jährlich finden auf der Reeperbahn mehrere Großveranstaltungen statt. Das Reeperbahn Festival im Herbst bietet an drei Tagen hunderte Bands und Künstler auf mehr als 20 Bühnen. Das Schlagermove ist das Highlight für alle Schlagerfans und findet bereits seit 1997 statt. Immer im Juli gibt es dort am Nachmittag zunächst einen großen Straßenumzug und am Abend treten dann beim sogenannten Aftermove die Schlagerstars auf. Für alle Chopper und Motorradfreaks gibt es zudem die Harley Days.

Das berühmteste Lied über das Hamburger Vergnügungsviertel, „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“, stammt von Hans Albers, gesungen im Film „Große Freiheit Nr.7“. Auf dem Hans- Albers-Platz steht ein Denkmal, das den Schauspieler mit Schifferklavier und Schiffermütze zeigt. (L.K.)

Stadtplan (Karte) Hamburg - Reeperbahn

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