Leipzig - Gewandhaus

Gewandhausorchester und Gewandhaus Leipzig

Gewandhausorchester und Gewandhaus Leipzig

Gewandhaus Leipzig

Das Gewandhausorchester Leipzig ist eine weltberühmte kulturelle Institution und repräsentiert mit seiner unverwechselbaren Geschichte eine einzigartige Tradition der Pflege und Weiterentwicklung klassischer Musik.

Die Geschichte der 1743 gegründeten Konzertunternehmung begann bereits im Jahre 1479, als der Leipziger Magistrat zunächst drei und später sieben Stadtmusiker - die sogenannten "Kunstpfeifer" oder "Stadtpfeifer" - als musikalische Festgestalter im Rathaus, beim Gottesdienst in städtischen Kirchen und an anderen Orten in seine Dienste nahm. 1743 wurde eine aus Adligen und Bürgern bestehende Gesellschaft begründet, die anfangs ein aus 16 Musikern bestehendes Konzertorchester schuf, das die "Großen Musicalischen Concerte" in Bürgerhäusern und später im Gasthaus "Zu den drei Schwanen" veranstaltete.

Das Gewandhausorchester gilt damit als das älteste aus dem erwachten Selbstbewusstsein des Bürgertums heraus entstandenes Konzertorchester im gesamten deutschsprachigen Raum. Seit dem Ausbau eines ungenutzten Dachbodens im Gewandhaus, der Gewerbehalle der Tuchmacher, zum Konzertsaal im Jahre 1781, fanden die eine eigene Konzertform prägenden "Gewandhauskonzerte" statt. Das inzwischen auf 32 Musiker ausgewachsene Orchester wurde in Folge durch die Aushandlung eines Solidarvertrags der Musiker zu einer eigenständigen Körperschaft.

Heute gilt das künstlerisch zu den renommiertesten Klangkörpern der Welt zählende Gewandhausorchester mit seinen über 180 Musikern als weltweit größtes Berufsorchester. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem das 1884 bezogene Neue Concerthaus und das Neue Theater als Spielstätten des Gewandhausorchesters zerstört wurden, entstanden mit dem Neuen Opernhaus Leipzig 1960 und dem Neuen Gewandhaus 1981, dem heutigen Sitz des Gewandhausorchesters, neue bleibende Spielstätten.

Das Neue Gewandhaus war der erste und einzige Neubau eines eigenen Konzerthauses in der DDR. Die weltweite Berühmtheit des Gewandhausorchesters wurde durch das Wirken der 19 Gewandhauskapellmeister und herausragender Musiker-Persönlichkeiten unterstrichen. Seit der Pionierleistung des ersten Gewandhauskapellmeisters Johann Adam Hiller (1781-1785), der die weltweit zum Vorbild gewordene Grundstruktur der Konzertprogramme entwickelte, leiteten so prägende Gewandhauskapellmeister wie Felix Mendelssohn Bartoldy (1835-1847), Arthur Nikisch (1895-1922), Wilhelm Furtwängler (1822-1828), Bruno Walter (1829-1933), Frank Konwitzschny (1949-1962) und Kurt Masur (1970-1996) das Gewandhausorchester.

Dabei prägten zahlreiche bedeutende Uraufführungen großer Komponisten wie Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartoldy, Robert Schumann, Richard Wagner, Anton Bruckner, Johannes Brahms, Max Reger, Hans Werner Henze und Alfred Schnittke den weltweiten Ruf des Orchesters nachhaltig. Auf drei Säulen steht das seit 2005 von dem italienischen Meister-Dirigenten Riccardo Chailly als Gewandhauskapellmeistergeleitete Orchester. Neben der Konzerttätigkeit im Gewandhaus zu Leipzig spielt das Orchester zu den Inszenierungen in der Oper Leipzig und veranstaltet zusammen mit dem Thomanerchor die Aufführungen der Bach-Kantaten in der Thomaskirche.

Stadtplan (Karte) Leipzig - Gewandhaus Leipzig

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