Goethe Auerbachs Keller Leipzig

Historische Weinstuben im Herzen der Leipziger Altstadt

Auerbachs Keller

Auerbachs Keller

Johann Wolfgang von Goethes lebensfrohes Bekenntnis zum gelebten Augenblick dürfte jedem Touristen auf seiner Reise in Städte, an Orte und Plätze, die in Erinnerung bleiben, ein stiller Begleiter sein.

"Zum Augenblicke dürft' ich sagen: Verweile doch, du bist so schön", sagt der auf sein allzu lang hin und her getriebenes Leben zurück blickende, weise gewordene Faust im zweiten Teil von Goethes Nationaldichtung. Goethe ist in der Stadt Leipzig durch seine Studentenzeit zum genius loci - 'Geist des Ortes' - geworden. Von 1765 bis 1768 studierte der gebürtige Frankfurter in der sächsischen Großstadt und prägte das Gedächtnis an manchen Ort.

Berühmt geworden durch Goethes Eingedenken ist der im Zentrum Leipzigs in der Grimmaischen Straße 2 gelegene Auerbachs Keller. Unter einer der wenigen kriegsverschonten und prachtvollen Ladenpassagen der Messestadt, der Mädlerpassage situiert, hat die heute weltberühmte Gaststätte Auerbachs Keller in Goethes Drama "Faust. Der Tragödie erster Teil" eine eigene Szene bekommen. Seinen Namen erhielt das historische Weinrestaurant durch seinen einstmaligen Eigentümer, den Stadtrat und Medizinprofessor Dr. Heinrich Stromer, der aus der oberpfälzischen Ortschaft Auerbach stammte und die alten Weinkeller kaufte, vergrößerte und sie 1530 unter seinem Namen wieder eröffnet hat. Bezeugt ist der Weinausschank seit 1438.

Mit dem Fasskeller, dem Lutherzimmer, dem Goethezimmer und der Stube Alt-Leipzig verfügt der Auerbachs Keller über vier historische Gaststuben mit jeweils 20 bis 40 Plätzen, die aufgrund der weltweiten Nachfrage frühzeitig gebucht werden sollten. In Goethes "Faust" sind es vier Studenten, die sich mit ordinären Sprüchen und Zoten zu guter Laune anstacheln und von Mephisto, der Faust das leichte und lockere Leben vorführen will, durch Magie verspottet werden. Mephisto zaubert jedem Studenten die von ihm ersehnte Weinsorte aus dem Tisch hervor und verwandelt den Weinstrahl plötzlich in Feuer. Die Studenten bleiben desillusioniert zurück, als die Ortsfremden Mephisto und Faust den Leipziger Weinkeller wieder verlassen. Wegen ihrer wenig tiefgründigen Handlung wird die Szene "Auerbachs Keller" in heutigen Inszenierungen des "Faust" häufig gestrichen. Für Goethe sollte sie den Laissez-faire-Geist, den er in der Französischen Revolution wirken sah, parodieren.

Von Bedeutung bleibt die Szene "Auerbachs Keller" vor allem, weil sie die einzige nach einem konkreten historischen Ort benannte Szene im "Faust" ist und eine autobiografische Dimension besitzt. Im Auerbachs Keller, den er während seiner Leipziger Studentenzeit häufiger besuchte, erfuhr Johann Wolfgang von Goethe von der alten populären Sage über den schwarzen Magier Dr. Johann Faust, der in Leipzig einen Teufels-Ritt auf einem Fasse vollführte.

Schon lange vor Goethes Zeiten pflegte man zu sagen:

„Wer nach Leipzig zur Messe gereist, Ohne auf Auerbachs Hof zu gehen, Der schweige still, denn das beweist: Er hat Leipzig nicht gesehn.“

Stadtplan (Karte) Leipzig - Auerbachs Keller

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