Leipzig - Waldstraßenviertel

Gründerzeit-Viertel in Leipzig

Waldstraßenviertel Leipzig

Waldstraßenviertel Leipzig

Das Waldstraßenviertel in Leipzig ist das größte zusammenhängende und erhaltene Gründerzeit-Viertel in Deutschland. Die heutige Jahnallee, früher die Frankfurter Straße, ist die zentrale Straße des Waldstraßenviertels.

Hier siedelten sich zahlreiche Handwerksbetriebe an, deren Gewerbe überwiegend in den Innenhöfen ausgeübt wurde. Hier gab es eine Klavierfabrik und Fabriken für ätherische Öle. Das Waldstraßenviertel hat einen ganz typischen Charakter. Während eines Spaziergangs durch dieses Viertel erlebt man Leipziger Wohnbaugeschichte von 1830 bis heute hautnah.

Zwischen Mückenschlösschen und dem jetzigen Naturkundemuseum stehen prächtige Vorstadthäuser neben schlichten Wohngebäuden aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Gründerzeitliche Mietshäuser und Villen geben sich hier genauso ein Stelldichein wie Wohngebäude in der typischen Architektur um 1900. Auch Häuser aus den 1920 er bis 1940 er Jahren sind hier noch zusehen und zeugen von der wechselvollen Geschichte der Stadt. Im gesamten Gebiet findet man zahlreiche Baudenkmäler aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Auch das Wohnhaus der ehemaligen Ratsziegelei in der Jahnstraße 38 ist noch erhalten. Die älteste Bausubstanz dieses Komplexes stammt sogar aus dem Jahr 1740.

Die Geschichte des Waldstraßenviertels

Mit zunehmendem Bevölkerungswachstum kaufte die Stadt Leipzig die Siedlungen vor ihren Stadttoren und erwarb damit auch enorme Produktionsmöglichkeiten. Von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts gingen zahlreiche westlich gelegene Siedlungen in den Besitz der Stadt über. Hier ließen sich überwiegend Handwerker und Fischer nieder. Typische Handwerksberufe waren damals Gerber und Weber.

Im Laufe der Jahrzehnte verdichtete sich die Bebauung, denn Leipzig wuchs rasant und entwickelte sich ab 1830 zur Großstadt. Viele bedeutende Architekten der Jahrhundertwerke haben hier gebaut, darunter Paul Möbius und Raymund Brachmann, beide Vertreter des Jugendstils.

Auch der jüdische Bevölkerungsanteil nahm in Leipzig dank der politisch verankerten gesellschaftlichen Gleichstellung in Sachsen deutlich zu. Bis zum Beginn des Nationalsozialismus lebten etwa 2.500 Juden im Waldstraßenviertel.

In den 1960er und 1970er Jahren wurden die Häuser baulich vernachlässigt und erst nach der Wiedervereinigung nahm man sich der historischen Bausubstanz wieder an. Heute sind die meisten mondänen Gründerzeithäuser mit ihren herrlichen Erkern und Balkonen saniert. Ein Großteil der spätklassizistischen Gebäude steht nun unter Denkmalschutz. Heute ist das Viertel beliebte Wohngegend, denn direkt vor der Tür liegt der für die Naherholung ideale Auenwald.

Stadtplan (Karte) Leipzig - Waldstraßenviertel

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