Oschatz – Klosterkirche

Letztes Gebäude des 1228 gegründeten Franziskanerklosters in Oschatz

mittelalterliche Klosterkirche Oschatz

Klosterkirche Oschatz

Die mittelalterliche Klosterkirche in Oschatz wurde im Jahre 1248 geweiht und ist neben der Stadtkirche St. Aegidien und dem Rathaus ein bedeutendes Zeugnis der frühen Stadtgeschichte. Sie befindet sich im inneren Stadtring westlich vom Neumarkt. Noch heute sind im Klosterkirchhof Reste der alten Stadtmauer zu sehen.

Die Klosterkirche ist das einzige erhalten gebliebene Gebäude des 1228 gegründeten Franziskanerklosters. Die Bauarbeiten des Klostergebäudes begannen 1246 und wurden 1248 abgeschlossen. Im Jahr 1248 wurde die Kirche der Jungfrau Maria geweiht und erhielt den Namen „Unser lieben Frauen“. Während des Hussitenkrieges wurde am 29. Dezember 1429 die Stadt Oschatz und mit ihr die gesamte Klosteranlage niedergebrannt. Das Feuer verursachte beträchtliche Schäden an der Kirche, deren Wiederaufbau bereits im folgenden Jahr begann. Die wiedererrichtete Klosterkirche wurde 1484 vom Meißner Weihbischof Andreas zu Eythera geweiht.

Für die neue Klosterkirche wurden Teile der alten Bausubstanz verwendet. Die zweischiffige Kirche im gotischen Stil entstand jedoch auf einem erweiterten Grundriss der ursprünglichen Klosterkirche. Die hohen Fenster, das Netzgewölbe und der schlichte, achteckige Turm gehören in diese Bauphase ab 1430. Die markante Turmhaube wurde erst um 1600 auf den Turm gesetzt. Das Gewölbe, das trotz des Brandes teilweise unversehrt blieb, ist ein beeindruckendes Beispiel mittelalterlicher Baukunst.

Nach der Reformation 1539 und der Auflösung des Franziskanerklosters um 1553 wurde die Klosterkirche nur noch teilweise für religiöse Zwecke genutzt. Die Kirche diente danach als Stadtschule, Lazarett und während des Siebenjährigen Krieges als Heu- und Strohmagazin. Als die St. Aegidienkirche im Jahr 1616 durch einen Stadtbrand beschädigt wurde, nutze die Kirchengemeinde die Klosterkirche zeitweilig wieder für Gottesdienste.

Seit dem 17. Jahrhundert erfolgten mehrere Reparaturen und bauliche Veränderungen. In den 1920er Jahren wurde der Chorraum vom Kirchenschiff abgetrennt und eine Zwischendecke eingezogen. Um die Klosterkirchen vor dem Verfall zu bewahren, fand von 1978 bis 1982 eine umfassende Restaurierung mit großem Engagement der Kirchgemeinde statt. Das Obergeschoss dient der Gemeinde heute noch als Winterkirche und die Gemeinderäume im Erdgeschoss werden zu verschiedenen Anlässen genutzt.

Stadtplan (Karte) Oschatz – Klosterkirche

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