Oschatz - Rathaus

Das Oschatzer Rathaus wurde 1477 am Markt erbaut

Rathaus Oschatz

Rathaus Oschatz

Das Rathaus der Stadt ist eine Augenweide. Es wurde 1477 am Markt erbaut. Nur 60 Jahre später wurde das Gebäude wieder abgerissen. In den Jahren 1538 bis 1548 entstand ein wesentlicher größerer Bau im Renaissancestil. Dieser wurde nach den Plänen von Dresdner Baumeisters Bastian Kramer errichtet. Auch das Rathaus wurde bei den Stadtbränden 1616 und 1842 schwer beschädigt. Nach dem zweiten Brand wurde das Gebäude nach Plänen vom Baumeister Gottfried Semper wieder aufgebaut. Es erhielt einen schlanken Uhrenturm und einen fein gegliederten Giebel. Links an der Giebelseite führt eine prächtige Freitreppe zu einem Podest, der sogenannten „Büttenkanzel“. Die Brüstung zieren Bildnisse von Herzog Georg dem Bärtigen und seiner Gemahlin Barbara. In den Zwischenfeldern findet man verschiedene Wappen, unter anderem das Stadtwappen von Oschatz.

In den Jahren 1914 sowie 1992 bis 1994 wurde die Fassade samt Turm und Dach erneuert. Im Inneren wurde das Gebäude mehrfach umgestaltet. Besonders sehenswert und interessant ist die alte Ratsstube aus dem Jahre 1595. sie dient heute als Sitzungssaal des Stadtrates. Das Ratsarchiv ist im Turm des Rathauses in einem feuerfesten Gewölbe untergebracht. So haben viele wertvolle Dokumente Kriegswirren und Brände unbeschadet überstanden. Hierunter befindet sich unter anderem eine Abschrift des Sachsenspiegels von 1982. Auch Reformatorenbriefe von Melanchthon und Luther blieben erhalten.

Das älteste erhaltene Dokument stammt aus dem Jahre 1246. Es ist ein Indulgenzbrief, welcher zum Tag des offenen Denkmals besichtigt werden kann. Neben dem Durchgang des Rathausturmes befindet sich der Korbpranger von 1532. Hier saßen Garten- und Felddiebe ihre Strafe ab. Über dem Pranger hängen an Ketten zwei „steinerne Flaschen“. Diese wurden 1526 angefertigt und wurden zänkischen Weibern als Bestrafung um den Hals gehängt. Ein Zeichen mittelalterlicher Gerichtsbarkeit findet sich unter dem Bogen des Turmes. Der sogenannte „Schwarze Sack“ ist der Schlussstein des unterirdischen Gefängnisses. Darüber findet man zwei Brüderköpfe, die in früheren Zeiten ein Wahrzeichen der Stadt waren

Fotos Oschatz - Rathaus

Stadtplan (Karte) Oschatz Rathaus

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