Schmalspurbahn Wilder Robert

Schmalspurbahn im ehemaligen Mügelner Schmalspurnetz (Oschatz)

Schmalspurbahn Wilder Robert © Sven Bartsch Oschatz

Schmalspurbahn Wilder Robert

Der „Wilde Robert“ ist der liebevolle Spitzname der Schmalspurbahn im ehemaligen Mügelner Schmalspurnetz. 1884 wurde der erste Streckenabschnitt der Schmalspurbahn zwischen Mügeln und Dobeln von der „Königlich sächsischen Staatseisenbahn“ in Betrieb genommen.

Schon am 7. Januar 1885 folgte als erste Netzerweiterung die 13 Kilometer lange Strecke Mügeln – Oschatz. Seitdem dampft die Schmalspurbahn, Spurbreite 750 mm, mitten durch die Stadt Oschatz. Ein Teil dieser Stadtstrecke verläuft direkt auf der Ufermauer der Döllnitz.

Das gesamte Mügelner Schmalspurnetz erreichte durch diverse Erweiterungen eine Länge von ca. 70 Km. Der größte Teil des Streckennetzes diente dem Transport von Waren und Gütern. Zwischen Mügeln und Oschatz fand jedoch zudem ein beachtenswerter Personennahverkehr statt.

Das Streckennetz ist mittlerweile auf ca. 18 Km geschrumpft. Auch der Transport von Kaolin, der lange Jahre die Existenz des „Wilden Roberts“ sicherte, findet seit Ende 2001 nicht mehr statt. Ende 1993 übernahm die Döllnitzbahn GmbH das Mügelner Schmalspurnetz und rettete es damit vor der Stilllegung.

1994 wurde der Förderverein „Wilder Robert“ gegründet. Ziel dieses Vereins ist die Erhaltung und Aufarbeitung des historischen Fuhrparks der Döllnitzbahn und die Pflege der Bahnhofsanlagen. Zudem obliegt ihm die betriebsfähige Vorhaltung der Dampfloks.

Der „Wilde Robert“ verkehrt mehrmals täglich zwischen Oschatz und Mügeln. An manchen Tagen fährt er auch bis Glossen. In der Woche ziehen Dieselloks die Züge, zu vielen Terminen und Anlässen jedoch werden historische Dampfloks eingesetzt.

Drei vierachsige Dampflokomotiven der sächsischen Gattung IV K stehen dazu zur Verfügung. Diese Dampfloks stammen aus der „Sächsischen Maschinenfabrik“ Richard Hartmann“ Chemnitz“. Sie haben eine Leistung von 210 PS, ein Dienstgewicht von ca. 27 Tonnen und stammen aus den Jahren 1909 und 1912. Die Rekonstruktion dieser Loks fand in den Jahren 1964 und 1967 statt.

Der Einsatz von Dieselloks erfolgte nach der Übernahme durch die Döllnitzbahn GmbH. War man anfangs auf geliehene Dieselloks angewiesen, können heute vier eigene eingesetzt werden.

Der „Wilde Robert“ transportiert tausende Fahrgäste

Neben der Schülerbeförderung und dem täglichen Tourismus ist hierfür auch das gut aufgestellte Sonderfahrtenprogramm mit der Dampflok verantwortlich. Adventsfahrten mit Glühwein und Christstollen haben mittlerweile ebenso Tradition wie gespenstisch dekorierte Halloweentouren. Sonderfahrten zu Veranstaltungen wie z.B. Weihnachtsmärkten, Frühlings- oder Stadtfesten komplettieren das Angebot. Das Preisgefüge ist moderat.

Die Existenz der Döllnitzbahn ist, dank öffentlicher Fördermittel, bis ins Jahr 2020 gesichert. Der Förderverein, diverse Bürgerinitiativen und privates Engagement haben dazu beigetragen, dass der „Wilde Robert“ auch nach 129 Jahren noch immer fröhlich bimmelnd unter Dampf durch Oschatz schnauft.

Fotos Schmalspurbahn Wilder Robert

Stadtplan (Karte) Oschatz - Bahnhof

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