Oschatz - Stadtkirche St. Aegidien

Der Ursprung der Oschatzer Kirche liegt vermutlich im 11. Jahrhundert

Stadtkirche St. Aegidien Oschatz © Sven Bartsch Oschatz

Stadtkirche St. Aegidien Oschatz

Die beiden 75 m hohen Türme der Stadtkirche St. Aegidien sind weithin sichtbar, deshalb sind sie das Wahrzeichen der Stadt Oschatz in Sachsen. Der Ursprung dieser Kirche liegt vermutlich im 11. Jahrhundert. Sie wurde dem heiligen St. Aegidius geweiht und war anfangs eine Holzkirche. Im 14. Jahrhundert wurde daraus ein steinerner Kirchenbau. Aus dieser Zeit stammen einige Bauteile, wie Pfeiler, Umfassungsmauern und architektonische Elemente, die die Kirche heute noch zieren. Im Jahre 1429 wurde die Kirche bei einem Hussiteneinfall komplett zerstört. Ab 1443 erfolgte dann der Neubau. Die Kirche wurde im gotischen Stil errichtet und erhielt zwei Türme. Nach 1539 wurde die Kirche St. Aegidien zur evangelisch-lutherischen Stadtkirche.

Beim Stadtbrand 1616 wurde die Kirche schwer beschädigt. Sechs Jahre später wurde der Bau im barocken Stil erneut geweiht, aber mit nur einem Turm. Ein weiterer Stadtbrand im Jahre 1842 zog die Kirche ein weites Mal in Mitleidenschaft. Auch viele wertvolle Zeugen kirchlicher Kunst sowie zur Geschichte der Kirche wurden zerstört. Der heutige Bau im neugotischen Stil entstand in den Jahren 1846 bis 1849 und erhielt wieder zwei Türme. Entworfen wurden Kirche, Kanzel und Altar von Prof. Alexander Heideloff, einem Nürnberger Baumeister. Das Innere wird von kunstvollen Glasmalereien geziert. Der älteste erhaltene Teil der Stadtkirche St. Aegidien ist der Altarraum. Die Orgel stammt aus Zwickau. Dort wurde sie vom sächsischen Orgelbaumeister Carl Gottlieb Jehmlich erbaut und 1851 eingeweiht. Nach der Erweiterung im Jahre 1933 besitzt die Orgel 3772 Pfeifen und erreicht so eine außergewöhnliche Klangfülle. Die Kirche ist das größte Gotteshaus ihres Kirchenbezirkes und bietet insgesamt 1100 Besuchern Platz. Hier finden auch Veranstaltungen und Konzerte statt. Seit 1986/87 wird die Kirch St. Aegidien umfassend und aufwendig restauriert.

Wer die 199 des Südturmes hinaufsteigt, kann dort die historische Türmerwohnung besichtigen. Oben ankommen bekommt der Besucher einen Einblick in das Leben und die Arbeit von Familie Quietzsch, der letzten Türmerfamilie, die hier mit 14 Kindern gelebt hat. Von hier oben kann man auch einen herrlichen Ausblick über Oschatz genießen.

Fotos Oschatz - Stadtkirche St. Aegidien

Stadtplan (Karte) Oschatz - Stadtkirche St. Aegidien

Sehenswürdigkeiten

Reiseversicherung ?