Stadt und Waagenmuseum

Sammlung zur Regionalgeschichte von Oschatz sowie Waagen und Gewichten

Oschatz Stadtmuseum Waagenmuseum

Oschatz Stadtmuseum Waagenmuseum

Der gedrungene Stadtkern von Oschatz ist von vielen Sehenswürdigkeiten wie der Kirche St. Aegidien oder dem Neumarkt und Altmarkt mit ihren wunderschön restaurierten Brunnenanlagen geprägt. Sie ziehen die Blicke der Besucher magisch auf sich. Auf kürzestem Weg finden sie aber auch eine Besonderheit, die in ihrer Art einzigartig in Sachsen ist. Am Rathaus vorbei und die Altoschatzer Straße entlang, gelangen sie zur Frongasse, wo sie vom Stadt- und Waagenmuseum empfangen werden. Die ebenfalls erst vor wenigen Jahren restaurierten Gebäude der Amts- und Ratsfronfeste und das holprige Natursteinpflaster auf dem Weg dorthin erinnern an frühere Zeiten, als der Stadtkern von Oschatz noch gegen feindliche Angreifer gesichert werden musste. Der Wachturm, gleich hinter dem ehemaligen Burschenheim, ist ebenfalls als Zeitzeugnis erhalten geblieben. Im Burschenheim befindet sich das Waagenmuseum und alle anderen Räumlichkeiten dienen der Ausstellung zur Stadtgeschichte.

Oschatz als Stadt der Waagenbauer

Der Waagenbau besitzt in Oschatz eine lange Tradition. Bereits im Jahr 1845 gründeten die Gebrüder Pfitzer hier ihre Waagenbauerwerkstatt und sie werden seitdem als Begründer des Waagenbaus und damit eines äußerst wichtigen Wirtschaftsfaktors in dieser nordsächsischen Stadt verehrt. Zu Zeiten der DDR folgte die Enteignung der Familie und die wirtschaftliche Umstrukturierung zum VEB Wägetechnik RAPIDO. Die Waagen aus dieser Produktion fanden im gesamten Raum des Ostblocks ihre Verwendung.

Die Waagenausstellung beherbergt nicht nur die Details zum Waagenbau der Stadt, sondern bezieht sich insgesamt auf die verschiedensten Bauformen und Geräte der Wägetechnik. Namhafte Waagenfabriken wie die von Wilfried Noffke oder Otto Bielig werden hier mit ihren Exponaten den technik- und geschichtsbegeisterten Besuchern nahe gebracht. Von der Tafel- und Präzisionswaage bis zur kunstvoll verzierten Briefwaage finden sie hier viele Dinge, die die Tradition des Waagenbaus hervorgebracht hat.

Auch Kuriositäten wie die Personen-Stuhlwaage der Gebrüder Pfitzer werden hier gezeigt. Sie war im Jahr 1861 ein Exponat der Weltausstellung in London. Ihr Name Ratsherrnwaage führt auf die Bequemlichkeit bei der Gewichtskontrolle der ehrbaren Herren zurück.

Im Museumshof finden die Besucher mit der Salzwaage, einer Kohlenkippwaage und anderen Wiegeeinrichtungen eine umfassende Ausstellung von Großwaagen. Eine originalgetreu nachgebaute Waagenbauerwerkstatt im ehemaligen Burschenheim zeigt die Arbeitsbedingungen um 1850 in diesem Gewerbe.

Rats- und Amtsfronfeste

In den Räumlichkeiten der Ratsfronfeste informieren viele Ausstellungstücke über die Stadtentwicklung aus historischer und wirtschaftlicher Sichtweise. Oschatz war über lange Jahre hinweg Garnisonsstadt und auch dieser Zeit wird neben der industriellen Entwicklung gedacht.

Oschatz entstand aus einer bäuerlichen Gründung und auch heute ist die Stadt von landwirtschaftlichen Flächen und Bauerndörfern umgeben. Zeitzeugen des bäuerlichen Brauchtums und verschiedener Handwerksberufe finden die Besucher in der Amtsfronfeste. Den Abschluss eines Besuches kann der Aufstieg auf den 25 Meter hohen Wachturm bilden.

Fotos Oschatz – Stadt – Waagenmuseum

Stadtplan (Karte) Oschatz - Stadt - Waagenmuseum

Sehenswürdigkeiten

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