Potsdam - Friedrich der Große

Deutscher König Alte Fritz

Deutscher König Alte Fritz

Foto: Friedrich der Große

Einer der bekanntesten und bedeutsamsten deutschen Könige war ohne Zweifel Friedrich der Zweite von Preußen, auch bekannt als Friedrich der Große oder der Alte Fritz. Er stammte aus dem Adelsgeschlecht der Hohenzollern, sein Vater war Friedrich Wilhelm I. und sein Mutter Sophie Dorothea von Hannover. Friedrich wurde als ältestes von 14 Kindern am 24. Januar 1712 im Stadtschloss in Berlin geboren.

Er wuchs unter der strengen Führung seines Vaters auf, mit einem harten, minutiös geplanten Tagesablauf und wurde vom Franzosen Jacques de Jandun erzogen. Dieser lehrte ihm nicht nur Latein und Literatur, er half ihm auch eine eigene kleine Bibliothek aufzubauen.

Als Friedrich mit 16 Jahren seine Vorliebe zur Musik entdeckte, begann er heimlich Flötenunterricht zu nehmen. Da sein Vater jedoch stur auf Militär und Ökonomie Wert legte, bekam Friedrich heftige Prügelstrafen als sein Vater den Musikunterricht entdeckte. Der Konflikt mit seinem Vater brachte Friedrich sogar dazu einen Fluchtversuch nach Frankreich zu unternehmen, der jedoch scheiterte. Nach seinem Strafdienst in der Armee, kam es 1732 zur Zwangsheirat mit Elisabeth von Braunschweig-Bevern. Die Ehe blieb jedoch kinderlos.

1736 zog Friedrich mit seiner Ehefrau nach Schloss Rheinsberg, wo er bis zum Tode seines Vaters blieb und sich dem Studium der Philosophie, Geschichte und Poesie widmete. Ebenso komponierte er dort seine erste Sinfonie und verfasste zahlreiche Schriften, darunter den „Antimachiavell“ und das „politische Testament“. Nachdem Friedrich Wilhelm I. 1740 gestorben war, kehrte Friedrich Il. nach Berlin zurück. Da er im Gegensatz zu seinem Vater die Ansichten des aufgeklärten Absolutismus vertrat, nahm er umgehend einige Reformen vor. So schaffte er die Folter ab, verpflichtete sich öffentlich zur Toleranz gegenüber Einwanderern und religiösen Minderheiten, brachte neue Industriezweige auf den Weg und führte als erste europäische absolutistische Monarchie eine Frühform der Pressefreiheit ein.

Nur ein halbes Jahr nach seiner Thronübernahme begann Friedrich II. den Ersten Schlesischen Krieg, der sich zum österreichischen Erbfolgekrieg ausweitete. Beteiligt waren Frankreich, Sachsen, Österreich, Sachsen und die Habsburger, die in Schlesien regierten. Der Separatfrieden von Breslau 1742 hielt nur zwei Jahre, denn Friedrich fürchtete um den Besitz Schlesiens, der durch die Habsburger mit Unterstützung von England bedroht wurde. So kam es zum Zweiten Schlesischen Krieg, der 1745 im Frieden von Dresden zugunsten Friedrichs beendet werden konnte.

Nach zehn Jahren des Friedens marschierte Friedrich II. aus machtpolitischen Gründen in Sachsen ein. Dies stellt den Anfang des Siebenjährigen Krieges dar und brachte Friedrich seinen Beinamen „der Große“ ein. Nach mehreren erfolgreichen Schlachten verließ ihn jedoch das Kriegsglück und er stand kurz vor der Niederlage. Da aber zu diesem Zeitpunkt die Zarin Elisabeth verstarb, kündigte ihr Nachfolger Peter III. den Pakt mit Österreich auf und schloss mit Preußen den Friedens- und Bündnisvertrag von St. Petersburg. Den Rest seines Lebens verbracht Friedrich II. damit, weitere Reformen u.a. im Rechtsbereich durchzuführen. Außenpolitisch war er an der ersten Teilung Polens 1772 beteiligt, ebenso im Bayerischen Erbfolgekrieg 1778. Noch 1785 unterzeichnete er einen Handels- und Freundschaftsvertrag mit den USA. 1786 verstarb Friedrich friedlich in seinem Sessel auf Schloss Sanssouci und wurde in der Gruft der Potsdamer Garnisonkirche beigesetzt. (L.K.)

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