Potsdam - S-Bahn-Museum

Wie alles anfing mit der Stadtschnellbahn (S-Bahn)

Wie alles anfing mit Berliner Stadtschnellbahn (S-Bahn) Ringbahn und Vorortbahn

Foto: S-Bahn-Museum

Wo früher große Transformatoren und Gleichrichter die Stromversorgung der Berliner Stadtschnellbahn sicherstellten, öffnet heutzutage von April bis November, immer am zweiten Wochenende des Monats, ein Paradies für Technikbegeisterte seine Pforten.

Seit 1997 können Besucher im ausgedienten Unterwerk Griebnitzsee in der Rudolf-Breitscheid-Straße besichtigen, was die Mitglieder des Berliner Fahrgastverbandes IGEB e.V. seit Beginn der 80er-Jahre in mühsamer Kleinarbeit zusammengetragen haben.

Liebevoll hergerichtet finden Signale, Automaten, Weichenteile, eine Fahrkartenausgabe und sogar die Hebelbank eines elektromechanischen Stellwerkes Platz in der Dauerausstellung des S-Bahn-Museums, wobei sich möglichst viele der Objekte in voller Funktionstüchtigkeit befinden. Nicht weniger zur authentischen Atmosphäre tragen auch die vielen stilsicher arrangierten Details bei. So werden zwischen den zahlreichen technischen Gegenständen auch geschichtlich bedeutsame Stücke gezeigt wie zum Beispiel Exemplare der DDR-Eisenbahnerzeitung "Fahrt frei" und etliche Bahnhofsschilder, die mitunter von Stationen stammen, deren Namen man heute vergeblich auf dem Fahrplan sucht – unter ihnen etwa Marx-Engels-Platz und Ernst-Thälmann-Park. Über die Entwicklung der S-Bahn in Ost und West, Probleme der aktuellen Verkehrsplanung, die Menschen, die bei der S-Bahn arbeiten, und selbstverständlich auch die, die Tag für Tag mit ihr fahren, informiert zudem eine interessante Dokumentation auf mehreren Schautafeln. Das Hauptaugenmerk des teilweise interaktiven Museums, das für seine jungen Gäste sogar einen Fahrsimulator zu bieten hat, liegt jedoch stets auf dem praktischen Erleben.

Zu besonderen Anlässen richten die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Berliner Fahrgastverbandes IGEB e.V. und des Deutschen Bahnkunden-Verbandes e.V. außerdem Sonderausstellungen ein, die sich inhaltlich vor allem mit der deutschen Teilung sowie der Geschichte Berlins und seiner S-Bahn auseinandersetzen.

Da das Museum keinerlei Fördermittel aus öffentlichen Geldern bezieht, ist man bei der Instandhaltung und dem sukzessiven Ausbau der Sammlung auf Spenden von Privatpersonen und der S-Bahn Berlin GmbH angewiesen. Auch muss in diesem Zusammenhang die Unterstützung durch die Berliner Verkehrsbetriebe und die Verwaltung des ehemaligen Reichsbahnvermögens, welches heute zum Bundeseisenbahnvermögen gehört, erwähnt werden. Beide Institutionen trugen in der Vergangenheit und tragen heute noch dazu bei, dass "überflüssiges" Material, welches an stillgelegten oder modernisierten Streckenabschnitten anfällt, den Weg in die Ausstellung findet. Da diese Entwicklung der Berliner S-Bahn voraussichtlich niemals vollständig abgeschlossen sein wird, ist auch für die Zukunft der kontinuierliche Zustrom an interessanten technischen Objekten rund um die Schiene gesichert. Ein Besuch lohnt sich also allemal!

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