Potsdam - Weltkulturerbe

Seit wann gibt es den Weltkulturerbe Status?

Weltkulturerbe

Foto: Potsdam Neues Palais Chateau Orangerie

Am 16. November 1972 hat die UNESCO auf ihrer Generalkonferenz in Paris das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt, auch Welterbe Konvention genannt, beschlossen.

Diese Konvention trat am 17. Dezember 1975 in Kraft. In der Welterbe Konvention wird davon ausgegangen, dass einige Teile des Kultur- oder Naturerbes von solche gewaltiger Bedeutung für die ganze Menschheit und ihrer Nachkommen sind, dass sie besonders erhalten und geschützt werden müssen.

Unesco Weltkulturerbe Potsdam

1990 wurden große Teile Potsdams in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. 1999 wurde der Bereich noch einmal erweitert. Potsdam stellt mit seinen königlichen Schlössern und Parks eine im 19. Jahrhundert planmäßig gestaltete Kulturlandschaft dar, in der die natürlichen landschaftlichen Gegebenheiten geschickt ausgenutzt wurden. Zum Weltkulturerbe gehören die Parkanlagen und Schlösser Sanssouci, Neuer Garten, Babelsberg, Glienicke und Sacrow, der Belvedere auf dem Pfingstberg, das Schloss Lindstedt sowie die Pfaueninsel, die Russische Kolonie Alexandrowka, die Sternwarte am Babelsberger Park und der Kaiserbahnhof am Wildpark. Seit 2011 gibt es zum Schutz des Weltkulturerbes eine Pufferzone, in der alle Bauvorhaben daraufhin überprüft werden, ob sie einen Einfluss auf die optische Wahrnehmung des Kulturerbes haben.

Potsdam ist eine Insel in der Havelseenlandschaft. Seine reizvolle Umgebung, bestehend aus Wäldern und Seen, wurde durch die Anlage von Parks und Schlössern zu einer einzigartigen Landschaftskomposition ergänzt. In mehr als drei Jahrhunderten wurde von den preußischen Fürsten, beginnend mit Kurfürst Joachim II, über Friedrich den Großen bis zum letzten deutschen Kaiser, hier ein einzigartiges Kunstwerk geschaffen.

Kernstück ist das Schloss und der Park Sanssouci. Das Schloss Sanssouci wurde zwischen 1745 und 1747 vom Baumeister Knobeldorff im Auftrag Friedrichs des Großen als Sommerresidenz erbaut. Im mehr als hundert Jahren wurde die zugehörige Parkanlage immer wieder erneuert und erweitert. Der Landschaftsarchitekt Lenné formte einen Teil des Parks zu einem englischen Landschaftsgarten um. Durch die römischen Brücken und das Schinkel-Schloss Charlottenhof wird zusätzlich italienisches Flair erzeugt.

Ein weitere Highlight ist der Park Babelsberg. In diesem an der Havel gelegenen Park wurde von Lenné, Schinkel und anderen ein weiteres einzigartiges Kunstwerk geschaffen. Im Zentrum steht das neogotische Schloss Babelsberg, die ehemalige Sommeredidenz Kaiser Wilhelm I. Durch die von Lenné erschaffenen Sichtachsen ergeben sich bezaubernde Ausblicke auf die Glienicker Brücke und den Flatowturm.

In dem am „Heiligen See“ gelegenen „Neuen Garten“ entstand Ende des 18. Jahrhudert das frühklassizistische Marmorpalais im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. Später ließ er dort außerdem für den Kronprinzen das Schloss Cecilienhof bauen.

In den Jahren 1826/27 ließ Kaiser Friedrich Wilhelm III, in Andenken an seine Freund Zar Alexander I, das Kunstdorf Alexandrowka erbauen. Es ist heute als „russische Kolonie“ bekannt. Die von Lenné entworfene Anlage hat einen hippodromartigen Grundriss mit einem eingelegten Andreaskreuz und besteht 12 Gehöften, einem Aufseherhaus im Kreuzungsmittelpunkt, einem königlichen Landhaus und einer 1829 erbauten russisch-orthodoxen Kapelle. Die ersten Bewohner dieses Dorfes waren Angehörige eines russischen Soldatenchors.

Schlösser und Gärten in Potsdam als Weltkulturerbe

Ein weitere Kulturstätte diesen Ranges sind die 1990 zum Weltkulturerbe erklärten preußischen Schlösser und Gärten in Potsdam. Die in der ehemaligen Residenz Stadt der Preußischen Könige im 18. und 19. Jahrhundert gebauten Schlösser, herrlichen Palais, die Kirchen und die wunderschönen Parks wurden 1990 zu bedeutende Stätten des Weltkulturerbes erklärt. Sie geben ihren Gästen und Besuchern vielfältige Möglichkeiten, die Geschichte Preußens nach zu empfinden. In Sanssouci ist eine weltweit berühmte Bau- und Gartenkunst des Rokoko verewigt. Die Person des preußischen Königs Friedrich des Großen, der auch als der Philosoph von Sanssouci bekannt ist, wird hier damit geehrt. Die insgesamt sehr großflächig gestaltete Kulturlandschaft um Potsdam ist heute von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden.

Das Dresdner Elbtal als Weltkulturerbe

2004 wurde auch das Dresdner Elbtal als Kulturlandschaft zum Weltkulturerbe erklärt. Für Verhältnisse einer Großstadt ist das Elbtal in Dresden relativ dünn besiedelt.

Neben den landschaftlichen Vorzügen Dresdens wurden mit der Verleihung dieses Titels auch die unschätzbaren Schätze der Kunstsammlungen der Bildenden Kunst und der Musik sowie die architektonische Schönheit der Elbestadt gewürdigt. Leider wurde bereits im Jahr 2006 das Elbtal in die Liste des gefährdeten Weltkulturerbes aufgenommen und 2009 auf Grund des Baus der massiven Waldschlösschen Brücke quer über die geschützten Elbwiesen der Titel wieder aberkannt.

Der Aachener Dom

Auch in Deutschland gibt es solche Stätten. Im Jahre 1978 erhielt hier den Status als Weltkulturerbe als erste Kulturstätte das Aachener Münster, auch Kaiserdom genannt. Diesen gewaltigen Karolinger Bau ließ gegen Ende des achten Jahrhunderts Karl der Große errichten.

Stadtplan (Karte) Potsdam - Weltkulturerbe

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