Wismar – Wasserkunst

Zwölfeckbau im Stil der niederländischen Renaissance

Wasserkunst Wismar

Wasserkunst Wismar

Mitten auf dem großen Marktplatz in Wismar befindet sich die Wismarer Wasserkunst. Dieses Wahrzeichen der Stadt entstand aus der Trinkwasserproblematik im 16. Jahrhundert. Die kleinen Brunnen reichten zur Wasserversorgung nicht mehr aus.

So wurde zunächst 1563 eine Wasserkonstruktion gebaut, die sich vom Mühlenteich speiste. Da dies jedoch auf Dauer auch nicht ausreichte, leitete man zusätzlich Wasser über Holzrohre von den Metelsdorfer Quellen in einen Holzbrunnen zunächst an die Altwismarerstraße, 1595 dann auf den Markt.

Da das Holz mit der Zeit immer brüchiger wurde, sollte ein Konstruktion aus Stein errichtet werden. Die Pläne für diese Wasserkunst im niederländischen Renaissancestil stammen vom Baumeister Philipp Brandin aus Utrecht. Jedoch kam es bei der Finanzierung zum Streit zwischen Stadtrat und Bürgerschaft, welcher sich von 1581 bis 1594 hinzog. Doch nach sechsjähriger Bauzeit beschloss der Stadtrat im Jahr 1600, dass die Wasserkunst unvollendet bleiben sollte. Erst 1602 wurde die Baukunst vom Lübecker Baumeister Heinrich Dammert vollendet, da Brandin mittlerweile verstorben war.

Durch die Wasserkunst konnten damals knapp 220 Haushalte und 16 öffentliche Schöpfstellen mit Quellwasser versorgt werden. Nach mehr als 250 Jahren musste die Wasserkunst auf Grund von Zerfall und mittlerweile erneut zu geringer Größe 1861 rekonstruiert und erweitert werden. Verantwortlich für die Pläne hierfür zeichnet sich Heinrich Thormann. Unter anderem ersetzte er die Holzrohre mit gusseisernen und die lateinische Inschrift wurde ins Deutsche übersetzt. Im 17. Jahrhundert wurde ein neuer Wasserturm errichtet und im 18. Jahrhundert wurde der alte Wasserturm mit der Wasserkunst auf dem Marktplatz durch ein Röhrensystem verbunden. 1897 wurde die Wasserkunst schließlich durch ein modernes Leitungssystem ersetzt. 1966 wurde die Baukunst in zehnjähriger Anstrengung restauriert.

Die Wasserkunst setzt sich aus einem Kalksteinbau mit zwölf Ecken zusammen im Stile der in Wismar häufig vertretenen niederländischen Renaissance. An der Ostseite befanden sich ursprünglich zwei Bronzefiguren, die „Nix und Nixe“ hießen. Im Volksmund wurden sie auch „Adam und Eva“ genannt, aber auch „Frauloch und Mannloch“. Dies erregte zunehmend die Gemüter der Bürger und daher wurden die Figuren schließlich entfernt und in das Schabbelhausmuseum gestellt. Seit 1998 wurden Kopien der Figuren wieder an den Originalplätzen aufgestellt.

Stadtplan (Karte) Wismar – Wasserkunst

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