Wismar – Zeughaus

Bedeutendes barockes Zeugnis schwedischer Militärarchitektur in Wismar

Zeughaus Wismar Wappen Karl XII. Schweden (Wikipedia)

Zeughaus Wismar

Wismar 1699: Dunkle Wolken ziehen sich über der Stadt zusammen. Bei dem heftigen Unwetter das über Wismar hinwegfegt schlägt ein Blitz in den Pulverturm ein und löst eine heftige Explosion aus. Der Turm selbst wird vollständig zerstört und weitere Gebäude nehmen Schaden, so auch das alte Zeughaus in der Ulmenstraße.

Zwischen 1700 und 1701 wurde ein neues Zeughaus nach Plänen des schwedischen Baumeisters Erik Dahlberg erbaut. Auf Geheiß von Karl XII. von Schweden sollte es als Waffenlager für die schwedischen Truppen dienen. Das zweigeschossige Gebäude besaß neun Achsen und ein Walmdach, welches im Gegensatz zum Satteldach die geneigte Dachfläche auf der Traufseite hat. Dadurch wird einserseits die Angriffsfläche für den Wind verringert und gleichzeitig die Steifigkeit des Dachtragwerks erhöht. Das Gebäude wird also insgesamt widerstandsfähiger und robuster.

Da man aus diesem Grund auch keine Stützpfeiler benötigte, erreichte man durch die freitragende Deckenkonstruktion eine Raumfläche von 900 Quadratmetern. Viel Platz für Waffen und Munition also. Eine eingebaute Rampe ermöglichte es, mit Hilfe von Pferden auch schweres Kriegsgerät in die 1. Etage transportieren zu können. Eines der beiden Zugangsportale erhielt 1869 einen Dreiecksgiebel, Mauerblenden (sog. Lisenen) und eine Wappenkartusche zur Verzierung.

Anfang der 1990-er Jahre musste das Zeughaus in Wismar saniert werden. Um auch die Wappenkartusche wiederherzustellen spendete sogar das schwedische Königshaus 80.000 Kronen (ca. 9.000 Euro). Seit die Sanierung abgeschlossen ist befindet sich im Zeughaus Wismars Stadtbibliothek.

Stadtplan (Karte) Wismar – Zeughaus

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